Call for Papers

 


Die Einführung digitaler Daten in die theologische und religionswissenschaftliche Forschung wirft neue methodische und ethische Fragen zum Wesen der Forschung auf. Diese Fragen gewinnen an Bedeutung, weil die fraglichen Daten häufig von Einzelpersonen oder Gruppen bereitgestellt wurden, die in gewisser Hinsicht verwundbar sind. Daher sind die bereitgestellten Daten nicht nur als soziale Daten zu bezeichnen, sondern verdienen es, als „sensible“ soziale Daten bezeichnet zu werden. Dieser Workshop zielt darauf ab, akademische Diskussionen anzuregen, die die Sensibilität digitaler sozialer Daten in einer Weise anerkennen, die zu kritischen Überlegungen einlädt. In Verbindung mit diesen Überlegungen möchte der Workshop außerdem die Verwendung gemischt-methodischer Ansätze als einen wichtigen Zugang zu „sensiblen“ sozialen Daten in der Religionsforschung untersuchen. Einige der Fragen, die angegangen werden sollen, sind:

  • Wie kann der Begriff der „sensiblen“ Sozialdaten im Hinblick auf theologische und religionswissenschaftliche Fragestellungen gefüllt werden? Welche Vorstellungen von „Sensibilität“ müssen, wenn überhaupt, angewandt werden?
  • Welche Art von Informationen können wir aus solchen „sensiblen“ Sozialdaten ableiten? Wie wirkt sich dies auf unsere Vorstellung davon aus, was als angemessene Forschungsfrage in diesem Bereich zu betrachten ist?
  • Welche methodischen und ethischen Fragen muss der Forscher beim Umgang mit sozialen Daten berücksichtigen? Was können Theologie und Religionswissenschaft in dieser Hinsicht von anderen wissenschaftlichen Bereichen lernen?
  • Inwiefern hilft die Erweiterung unserer Stichprobenräume, die eurozentrischen Vorurteile in der religionsbezogenen Forschung zu überwinden? Welche blinden Flecken und/oder neuen Probleme könnten bei dieser Ausweitung der Forschung (wieder) auftauchen?
  • Unter welchen Bedingungen dienen gemischte Methoden dazu, unsere Wahrnehmung zu erweitern? Wann erzeugen sie ein problematisches Potential zur Selbstreferenzialität oder gar Immunisierung gegen Kritik?
  • Inwieweit sind historische Sozialdaten in diesem Bild anwendbar? Wenn ja, welche Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Analyse historischer „sensibler“ Sozialdaten zu treffen, wenn es denn überhaupt welche geben muss?

Um unsere Perspektiven zu erweitern, laden wir Forscher (insbesondere solche, die sich in der Prä- oder frühen Postdoc-Phase ihrer Karriere befinden) zur Teilnahme ein, um (a) ein Papier zu einem verwandten Thema zu präsentieren oder (b) eine Workshop-Sitzung zu leiten, in der wir hoffen, einige der Fähigkeiten zu vermitteln, die für den Umgang mit religionsbezogenen sensiblen (historischen) Sozialdaten erforderlich sind. Wenn Sie an (a) oder (b) interessiert sind, senden Sie bitte eine Zusammenfassung von nicht mehr als 300 Wörtern mit einer kurzen Biographie an Knut Wormstädt. Einsendeschluss ist der 15. Juni 2021. Die Bewerber werden bis zum 15. Juli 2021 über die Entscheidung des Auswahlausschusses benachrichtigt. Der Workshop findet vom 28. bis 30. September 2021 statt.

Bitte beachten Sie, dass der Workshop aufgrund des unsicheren Fortschreitens der Covid-19-Pandemie als Online-Veranstaltung durchgeführt werden wird.