Krise und Neuorientierung. Biblisches Erwählungsbewusstsein

Kontakt

Telefon

work
+49 241 80 93513

E-Mail

E-Mail
 

Für das Alte Testament ist das „Babylonische Exil“ als der zentrale Motor der Literaturentstehung aufzufassen. Die Reflexion bezieht sich dabei nicht nur auf die politischen Umwälzungen, die sich damit verbinden, sondern auch auf theologische Grundlagen. Die Entwicklung des Monotheismus hatte nicht nur Folgen für das Gottes- sondern auch für das Selbstbild Israels. Die sich daraus entwickelnde tiefgreifende Identitätskrise stößt verschiedene Debattenlinien an, bei denen unter anderem die Grenzen der Zugehörigkeit zu „Israel“ verhandelt werden.

Ein Begriff, der für die weitere Identitätsverhandlung bedeutend wird, ist derjenige der Erwählung. Dieser weist nicht nur eine relevante Wirkungsgeschichte auf (vgl. die Benennung des Judentums als „Chosen people“), sondern wird auch im AT für verschiedene theologische Linien verwendet und erfährt nachzeichenbare verschiedene Deutungen. Anhand des Erwählungskonzepts ist aufzeigbar, wie Identitätskonstruktionen darauf angewiesen sind, auf traditionelle Vorstellungen aufzubauen und diese innovativ zu transformieren.