Glaube macht frei?!

 

Verantwortliche

Durchgeführt von: Andreas Feldmar
Betreuer: Ulrich Lüke

 

Neuer Atheismus und Spiritualität kritisch hinterfragt

Beschreibung:

Die Arbeit befasst sich mit den neuen Spielarten des Atheismus, die versuchen, die Ursprünge von Religion und Religiosität in der Welt zu finden, ohne etwas Unendliches bemühen zu müssen. Die Autoren der neuen Atheismen bleiben aber nicht dabei stehen, nach anderen Entstehungswegen von Religionsgemeinschaften zu suchen, sie untersuchen auch Überlebensmechanismen von Religionen und kritisieren Punkte, die ihnen negativ auffallen.
Die Vertreter des Atheismus, auf die ich mich hierbei beziehe, sind Richard Dawkins, Pascal Boyer, Michael Schmidt-Salomon und Daniel Dennett.
Des Weiteren schaue ich auf Eckart Voland, Caspar Söling, Rüdiger Vaas und Michael Blume, die ihrerseits den Wahrheitsgehalt von Religion und ihre Entstehung und Erhaltung kritisch hinterfragen. Dabei stellt sich heraus, dass es schwerfällt, eine Religion von außen vollumfänglich zu bewerten, wenn man die innerlichen Prozesse nicht nachvollziehen kann.
Beim Bemühen, Religion „wegzuerklären“, geschieht es zudem, dass Kritikpunkte genannt werden, die nicht zutreffen, jedenfalls nicht in der gewählten Pauschalität.
Meine Arbeit legt einen Fokus auf die vielfältigen Kritikpunkte, bleibt aber nicht dabei stehen, sondern behauptet, dass nur gelungene Religiosität wirklich frei macht.
Dazu ziehe ich Äußerungen und Thesen von Karl Rahner heran, der mit seinem Diktum „der Christ des 21. Jahrhunderts ist ein Mystiker“ einen Weg in die Zukunft gewiesen hat.
Zudem stütze ich mich auf die Untersuchungen zur Nützlichkeit von Religion insbesondere bei Pargament.
Meine Arbeitsweise basiert auf der Untersuchung zentraler Werke der kritischen Autoren bezüglich der verschiedenen Komponenten, die man bei Religion untersuchen kann. Dies sind Gottesbeweise, Thesen zu (von Gott verschiedenen) Ursachen der Religion, eine Betrachtung der Position der Autoren zu zentralen Bausteinen von Religion, das heißt Mystik, Ethik, Rituale und Mythen, (behauptete) Überlebensstrategien von Religionen sowie weitere Kritikpunkte, wie sie Religionen in vielfältiger Weise bieten oder zu bieten scheinen.
Dabei zeigt sich, dass Religionen ein reichhaltiges Portfolio an Überlebensstrategien aufweisen, etwa die Einrichtung von Spezialistengruppen und die Aufstellung strenger Regeln, und alles in allem profitieren viele Religionsgemeinschaften von denselben Mechanismen, die menschlichen Gruppen im Allgemeinen nutzen. Nicht alle davon sind ehrenrührig, wie sich leicht zeigen lässt, auch wenn dies gerne seitens der Kritiker behauptet wird. Diese haben offenbar die Neigung, sich ihren Gegner – die Religion –so hinzustellen, dass sie sie leicht schlagen können.
Meine Arbeit kritisiert die neuen Atheismen neben Fragen der allgemeinen Logik vorrangig aus einer katholischen Perspektive heraus und würdigt andererseits, wo die Kritiker Irrwege der katholischen Kirche aufzeigen.
Am Ende der Arbeit steht eine Analyse des Bibel-Worts „Die Wahrheit wird Euch frei machen“ (Joh 8,32). Auch wenn es wahr ist, dass nicht alle in der Katholischen Kirche die Wahrheit hören wollen, liegt in ihr, so Rahner, doch die wahre Freiheit.