Projekt “Leading by purpose?”

Ökonomischer Erfolg durch sinnstiftende Unternehmensführung unter theologisch-ethischem Anspruch

Kontakt

J. Daniel H. Schmitz, Mag. theol.
Promovend am Institut für Katholische Theologie
Theaterplatz 14
52062 Aachen

E-Mail: joerg.daniel.heinz.schmitz{at}rwth-aachen(.)de

Seit einigen Jahren tritt der Begriff des „Purpose“ eine steile Karriere in der Unternehmenswelt an – zu Deutsch: Daseinszweck, Sinn, den es sich als Unternehmen zu geben gilt. Mit der Sinnfrage ist aber zugleich ein theologisch-anthropologischer Topos angesprochen. Das Promotionsprojekt „Leading by purpose?“ soll daher an der Schnittstelle von betriebswirtschaftlicher Logik und theologischer Unternehmensethik Klärungen erreichen, was den Begriffsgehalt des „Purpose“ anbelangt, und Relevanzsondierungen vornehmen, inwiefern eine theologische Unternehmensethik von ökonomischer Seite überhaupt verstehbar sein kann.

Gerade eine am Menschen und seiner Lebenswelt interessierte Theologie und Ethik leisten so einen Beitrag in dem skizzierten Frage- und Diskursraum und wenden dabei nicht (nur) bisherige Soziallehre je neu an, sondern – und dies macht das innovative Moment dieser Promotionsidee aus – setzen sich ganz neu mit den anthropologischen, fundamentaltheologischen und ethischen Grundlagen und Phänomen der gegenwärtigen Transformationsprozesse auseinander und bringen ihre genuin theologischen Denkkategorien in den Diskurs ein. In dieser Denkrichtung formiert sich ökonomische Purpose-Logik zum ‚Framework‘, der durch theologische Plausibilisierung und Fortführung als ‚Bridgework‘ zu einer kriteriologischen Synthese gelungener Purposebildung führt, die ökonomischen Erfolg durch sinnstiftende Unternehmensführung unter theologisch-ethischem Anspruch verspricht.

So ließen sich etwa unter der oben beschriebenen Problemstellung virulent werdende Aspekte und neue Postulate von Sinn und Wert menschlicher Arbeit, von Erfüllung und Glück im Arbeitsleben, von Selbstverwirklichung und eigenem Scheitern, von Freiheit, von Anerkennung und Intersubjektivität, von Verantwortung für sich und andere, von Vertrauen analysieren, ggf. kritisch dekonstruieren und theologisch plausibilisieren und kontextualisieren. Dabei ist eine Übersetzungsleistung der sich daraus implizit ergebenen theologisch-ethischen Anforderungen in den betriebswirtschaftlichen Diskurs zu erbringen und es zeigt sich die Wichtigkeit eines methodisch breiten und komplementären Zugriffs, um die Relevanz ethischer und den Erfolg ökonomischer Perspektivierungen zum Purpose eines Unternehmens sicherzustellen.

 

J. Daniel H. Schmitz

J. Daniel H. Schmitz studierte Katholische Theologie an den Universitäten Bochum und Bonn mit Schwerpunkten in der Anschlussfähigkeit von Theologie und Liturgie sowie Wirtschafts- und Unternehmensethik. Nun promoviert er im Bereich Business Ethics und ist Fellow am Center for Doctoral Studies.

Publikationen

—, Digitale Marktsignale verstehen, in: Gottesdienst 12 (Jg. 55/2021), S. 129–132.
—, Liturgie 4.0 – Anforderungen des Homo digitalis in liturgischer Theorie und Praxis, Regensburg 2021.
—, Theologie und Kirche an der A40 – Das Ruhrgebiet als Herausforderung einer pluralitätsfähigen Theologie der Gegenwart, Münster 2019.
—, Sonntags Europa feiern? – Impulse von Romano Guardini, in: Apelt, Andreas H./Jesse, Eckhard/Schmidt, Evelyn (Hrsg.), 1918– 2018 Wohin strebt Europa?, Halle 2019, S. 118-123.

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