Systematische Theologie

Aktuelle Forschungsvorhaben werden jedes Semester im Doktorandenkolloquium diskutiert, zu dem insbesondere Promovierende, Habilitierende und Dozierende eingeladen sind. Das nächste Doktorandenkolloquiuem wird vom 23. (beginnend 16.00 Uhr) bis zum 24. November 2018 (endend 13.00 Uhr) im Seminarraum Theologie stattfinden. An der Teilnahme Interessierte wenden sich bitte an Hildegard Peters.

Grenzfragen zwischen Naturwissenschaft und Theologie

Gehirn, Geist, Seele

Die Hirnforschung hat mit ihren modernen bildgebenden Verfahren einen nie da gewesenen Kenntnisstand über neuronale Prozesse erreicht und sucht nach deren Zuordnung zu mentalen Ereignissen. Angesichts der umfassenden neurophysiologischen Naturalisierungsversuche scheinen Geist und Seele auf dem Rückzug ins Niemandsland anonymer Hirnprozesse. Hier stellt sich die Frage nach Determination und Freiheit, nach bleibender Verantwortlichkeit und ethischer Zurechenbarkeit des Menschen für seine Worte und Taten. Die Kenntnis vom Gehirn nötigt der Theologie ein neues intellektuell redliches Sprechen über Geist und Seele auf.

Biomedizinische Forschung, theologische Ethik und Anthropologie

Die gegenwärtige biomedizinische Forschung (Reproduktionsmedizin, Stammzellforschung, Klonungstechniken, Gentechnologie, Keimbahntherapie etc.) hat unübersehbare individuelle und gesellschaftliche Konsequenzen für das Bild des Menschen von und den Umgang des Menschen mit sich selbst. Dieser Prozess bedarf einer kritischen Analyse und ethischen Begleitung. Das setzt einen sachkundigen und intellektuell auf Augenhöhe geführten Diskurs voraus, dem sich die Theologie nicht entziehen kann und darf.

(Post-)moderne Philosophie und Gesellschaft

Die Wahrheitsfrage in der (Post-)Modernde

Die Wahrheitsfrage des Pilatus hat in der Philosophiegesichte nie ihre Aktualität verloren. Die zeitgenössische Debatte pendelt zwischen einem Kulturrelativismus, der die Wahrheit als Mehrheitsentscheid sieht, und einem Absolutismus, der die Wahrheit in unverrückbaren Prinzipien zu erkennen glaubt. Entsprechend werden Befürchtungen und Vorwürfe artikuliert, im Kulturrelativismus wird Beliebigkeit entdeckt, im Absolutismus autoritative Willkür. Es ist daher zu fragen, welcher Wahrheitsanspruch heute intellektuell redlich erhoben werden kann, wenn an der christlichen Botschaft vom „Weg, Leben und der Wahrheit“ festgehalten werden soll.

Jenseitsvorstellungen in der heutigen Gesellschaft

Der traditionelle Glaube an eschatologische Konzepte, die ein Leben nach dem Tod oder eine Form von göttlichem Endgericht durch eine höhere Macht beinhalten, verliert in fast allen modernen Gesellschaften an Rückhalt, während gleichzeitig biblisch-apokalyptische Motive starke Verwendung finden, so etwa bei Hollywood-Blockbustern oder auch bei der Berichterstattung von Katastrophen. Diesem Paradox liegt eine Transformation zugrunde, die die theologische Reflexion auf den Plan ruft. Es stellt sich die Frage, inwieweit von einer Verinnerweltlichung gesprochen werden kann und welches Angebot Religionsgemeinschaften (post-)modernen Gesellschaften mit ihrer Jenseitsbotschaft machen (können).

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