Systematische Theologie

Aktuelle Forschungsvorhaben werden jedes Semester im Doktorandenkolloquium diskutiert, zu dem insbesondere Promovierende, Habilitierende und Dozierende eingeladen sind. An der Teilnahme Interessierte wenden sich bitte an Hildegard Peters.

Grenzfragen zwischen Naturwissenschaft und Theologie
Prof. Dr. Ulrich Lüke

Innerhalb der katholischen Kirche und der Theologie gibt es seit jeher eine der Schöpfungslehre zugeordnete Vorstellung von den Spuren Gottes in der Schöpfung (vestigia Dei) und von der Gottebenbildlichkeit des Menschen (imago Dei). Das I. Vatikanische Konzil hat zu dieser Thematik definiert, Gott, Ursprung und Ziel aller Dinge, könne mit dem natürlichen Licht der menschlichen Vernunft aus der Schöpfung erkannt werden. Die konstruktive und kritische Arbeit an der Beantwortung der sich daraus ergebenden Fragen ist nicht abgeschlossen.

Näheres zu diesem Thema auch unter: http://www.stiftung-theologie-und-natur.de

Biomedizinische Forschung, theologische Ethik und Anthropologie
Prof. Dr. Ulrich Lüke

Die gegenwärtige biomedizinische Forschung (Reproduktionsmedizin, Stammzellforschung, Klonungstechniken, Gentechnologie, Keimbahntherapie etc.) hat unübersehbare individuelle und gesellschaftliche Konsequenzen für das Bild des Menschen von und den Umgang des Menschen mit sich selbst. Dieser Prozess bedarf dringend einer kritischen Analyse und ethischen Begleitung, die manche Vertreter der Biomedizin und -technologie nicht zu leisten gewillt oder in der Lage sind. Das setzt einen sachkundigen und intellektuell auf Augenhöhe geführten Diskurs voraus, dem sich die Theologie nicht entziehen kann und darf.

Gehirn, Geist, Seele
Prof. Dr. Ulrich Lüke/Dr. Patrick Becker

Die Hirnforschung hat u. a. mit ihren modernen bildgebenden Verfahren einen nie da gewesenen Kenntnisstand über neuronale Prozesse erreicht und sucht nach deren Zuordnung zu mentalen Ereignissen. Angesichts der umfassenden neurophysio-logischen Naturalisierungsversuche scheinen Geist und Seele auf dem Rückzug ins Niemandsland anonymer Hirnprozesse. Hier stellt sich die Frage nach Determination und Freiheit, nach bleibender Verantwortlichkeit und ethischer Zurechenbarkeit des Menschen für seine Worte und Taten. Die Kenntnis vom Gehirn nötigt der Theologie ein neues intellektuell redliches Sprechen über Geist und Seele auf.
Siehe ebenso Bibliographie Ulrich Lüke

Postmoderne Beliebigkeit?
Dr. Patrick Becker

Die Wahrheitsfrage des Pilatus hat in der Philosophiegesichte nie ihre Aktualität verloren. Die zeitgenössische Debatte pendelt zwischen einem Kulturrelativismus, der die Wahrheit als Mehrheitsentscheid sieht, und einem Absolutismus, der die Wahrheit in unverrückbaren Prinzipien zu erkennen glaubt. Entsprechend werden Befürchtungen und Vorwürfe artikuliert, im Kulturrelativismus wird Beliebigkeit entdeckt, im Absolutismus autoritative Willkür. Es ist daher zu fragen, welcher Wahrheitsanspruch heute intellektuell redlich erhoben werden kann, wenn an der christlichen Botschaft vom „Weg, Leben und der Wahrheit“ festgehalten werden soll.

Projekt: “Christliche Unternehmerethik” – ICEF
Dr. Christiane Helene Heinrich

Die Welt der Wirtschaft erscheint vielen Zeitgenossen als eine Welt der Rücksichtslosigkeit. Gnadenlos, so das Öffentlichkeitsbild, wird zwischen Gewinnern und Verlierern selektiert. Werte, wie Nächstenliebe und Verständnis für den anderen haben hier vermeintlich keinen Platz. Unter dem Druck der Konkurrenz und in Zeiten der Globalisierung geht es schlicht und einfach um Produktivitätssteigerung und Gewinnmaximierung oder „nur“ um Existenzsicherung. Und wer nicht mitkommt, den schluckt der Markt.

Haben in diesem harten Kontext Christen mit unternehmerischer Verantwortung heute noch die Möglichkeit, gemäß ethischen und moralischen Werten zu leben, ohne in Widerspruch mit ihrer ökonomischen Verantwortung zu geraten? Was sind das überhaupt für ethische und moralische Werte, nach denen es sich zu leben lohnt? Bin ich Unternehmer, weil ich Christ bin oder obwohl ich Christ bin? Diesen und ähnlichen Fragen um den Begriff „Unternehmerethik“ stellt sich eine kleine Gruppe ostbelgischer Unternehmer aus verschiedensten wirtschaftlichen Bereichen gemeinsam mit Prof. Dr. Guido Meyer und Dr. Christiane Helene Heinrich aus dem Institut für Katholische Theologie der RWTH Aachen. Der Name der Gruppe lautet “ICEF – Interessenkreis christliche Ethik für Führungskräfte”.

 

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