Religionspädagogik

Projekt “Heiße Eisen”

Mitten in einem Unterrichtsgespräch stellt ein Schüler urplötzlich eine zwar vom Thema abweichende, jedoch zutiefst ernst gemeinte Frage. Gleichsam am Rande taucht so unmittelbar Wichtiges auf. So genannte Heiße Eisen sind Fragen, die nicht nur einzelne Schüler beschäftigen; Heiße sind gesellschaftliche Klischees gekleidete Fragen, die ebenso den Lehrer wie fundamentale Glaubensinhalte in Frage stellen. Heiße Eisen finden in den Lehrplänen wenig Beachtung. Heiße Eisen beziehen sich auf Themen wie Priesterzölibat, Kirche und Geld, Inquisition, Hexenverfolgungen, Kirche und Aids, sowie das kirchliche Verbot künstlicher Verhütungsmittel und viele andere mehr.

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Religiöses Lernen in unterschiedlichen Kontexten
Prof. Dr. Guido Meyer

Ein hochschulübergreifendes Forschungsprojekt zwischen dem Lehr- und Forschungsgebiet Religionspädagogik der RWTH Aachen und der Professur für Religionspädagogik am Institut für Katholische Theologie und ihre Didaktik der MLU Halle-Wittenberg.

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Eine religionspädagogische Rezeption des Begehrens-Begriffs
Prof. Dr. Guido Meyer

Es handelt sich um den Versuch, den französischen Begriff “désir” (dt. Begehren), der in der französischen Philosophie und Psychoanalyse von zentraler Bedeutung ist, für die Religionspädagogik fruchtbar zu machen.

Begehren ist ein typisch menschliches und an sich zielloses Streben, das aus einem fundamentalen Mangel entsteht, dessen sich der Mensch aber erst dann bewusst wird, wenn er sich im Spiegel des Anderen erkennt. Begehren ist eine teils unbewusste Antriebskraft, die sich zwar zeitweilig verdrängen lässt, aber nie einschläft und in der Sprache der Bedürfnisse ihren Ausdruck sucht.

Dem Begehren begegnet der Mensch ebenso in seinem Alltagsleben wie in quasi allen biblischen Texten. Seine Spur aufnehmen, ohne den Anspruch zu erheben, es erschöpfend zu erörtern, ermöglicht tiefe Einsichten in die Motivationsstrukturen menschlichen Handelns und Denkens und erbringt reichen religionspädagogischen Erkenntnisgewinn.

Projekt: “Christliche Unternehmerethik”
Prof. Dr. Guido Meyer

Die Welt der Wirtschaft erscheint vielen Zeitgenossen als eine Welt der Rücksichtslosigkeit. Gnadenlos, so das Öffentlichkeitsbild, wird zwischen Gewinnern und Verlierern selektiert. Werte, wie Nächstenliebe und Verständnis für den anderen haben hier vermeintlich keinen Platz. Unter dem Druck der Konkurrenz und in Zeiten der Globalisierung geht es schlicht und einfach um Produktivitätssteigerung und Gewinnmaximierung oder „nur“ um Existenzsicherung. Und wer nicht mitkommt, den schluckt der Markt.

Haben in diesem harten Kontext Christen mit unternehmerischer Verantwortung heute noch die Möglichkeit, gemäß ethischen und moralischen Werten zu leben, ohne in Widerspruch mit ihrer ökonomischen Verantwortung zu geraten? Was sind das überhaupt für ethische und moralische Werte, nach denen es sich zu leben lohnt? Bin ich Unternehmer, weil ich Christ bin oder obwohl ich Christ bin? Diesen und ähnlichen Fragen um den Begriff „Unternehmerethik“ stellt sich eine kleine Gruppe ostbelgischer Unternehmer aus verschiedensten wirtschaftlichen Bereichen gemeinsam mit Prof. Dr. Guido Meyer vom Lehr- und Forschungsgebiet Religionspädagogik der RWTH Aachen.

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Entwurf einer neuen religionspädagogisch verantworteten Bildtheorie
Prof. Dr. Guido Meyer

In der Religionspädagogik wurden Bilder bislang vor allem als “kunstvoll bemalte Flächen” verhandelt. Bilddidaktik verstand sich folgerichtig in erster Linie als ästhetische Wahrnehmungslehre. Die Bilderflut der Postmoderne erfordert ein neues Verhältnis zu den Bildern. Bilder gehören zum Menschen.

Als anthropologische Konstante begleiten sie zur Menschheitsgeschichte. Die unterschiedlichen Bildfunktionen müssen deshalb auf der Grundlage einer philosophischen Anthropologie erörtert werden. Vor diesem Hintergrund bekommt auch das biblische Bilderverbot eine neue Relevanz.

Bilder vermitteln zwischen Wirklichkeiten. Diese Fähigkeit verbindet sie mit einem wichtigen Grundanliegen der Religionspädagogik, denn auch sie möchte die immanente Wirklichkeit mit der transzendenten in Verbindung bringen. Kann eine Verkündigung im Namen Jesu von Nazareth, der seine Lehre vom nahen Reich Gottes fortwährend in bildreichen Geschichten verkündete, auf zeitgemäße Bildformen verzichten? Ist die christliche Botschaft in einer von Bildern bestimmten Welt ohne Bilder überhaupt noch kommunikabel? Der Alltag ist beherrscht von zahlreichen Bildern. Sind Alltagsbilder, die in erster Linie oftmals der Schaulust und dem Event dienen, Bildungsprozessen eher förderlich oder eher abträglich? Welche religionspädagogischen Kompetenzen erfordert ein neues Bildverständnis?

Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich das Forschungsprojekt.

Spiritualität

“Spiritualität der Wahrnehmung” – Zu Buch und Tagung mehr unter: http://www.spiritualitaet-der-wahrnehmung.de/

 

 

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