Hemmerle-Professur

Seit 2008 wird jedes Jahr eine nach dem ehemaligen Aachener Bischof Klaus Hemmerle (1929 bis 1994, von 1975 an Bischof) benannte Stiftungsprofessur vergeben. Mit ihr werden fach- und fakultätsübergreifende Fragestellungen aufgegriffen.

Verstetigung HemmerleprofessurDas Bistum Aachen und die RWTH haben vereinbart, die Hemmerle-Professur zu „Grenzfragen von Theologie, Naturwissenschaft und Technik“ zu verstetigen. Vom 1. April 2018 an soll die Stiftungsprofessur für einen Zeitraum von zunächst fünf Jahren ganzjährig das Lehr- und Forschungsangebot der Philosophischen Fakultät der RWTH bereichern.

Zur RWTH-Pressemitteilung

Hans-Dieter Mutschler (Photo: privat)Im kommenden Sommersemester 2017 wird der Naturphilosoph Professor Dr. Hans-Dieter Mutschler die Stiftungsprofessur übernehmen. Nach dem Studium der Theologie, Physik und Philosophie in München, Paris und Frankfurt am Main hatte er Gastprofessuren in Eichstätt und Innsbruck inne, arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter am „Tübinger Zentrum für Wissenschaftskulturen“ und ist seit 2004 Professor für Natur- und Technikphilosophie an der Hochschule Ignatianum in Krakau, seit 2005 zudem Lehrbeauftragter an der Jesuitenhochschule St. Georgen in Frankfurt. Seine Forschungsschwerpunkte in Naturphilosophie, Technikphilosophie und im Dialog von Naturwissenschaft und Theologie bringt er in zwei Lehrveranstaltungen ein, in einer Vorlesung zur Technikphilosophie und in ein Seminar zu Bewusstseinstheorien. Alle Interessierten sind sehr herzlich zur ersten Vorlesung am Osterdienstag, 18. April, 18.15–19.45 Uhr im HKW1 (Wüllnerstr. 1) eingeladen.

Jörg Splett (Photo: privat)2016 erging die Stiftungsprofessur an den Religionsphilosophen und Anthropologen Dr. Dr. h.c. Jörg Splett. Er lehrt seit 1971 an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main und an der Hochschule für Philosophie in München. Gastprofessuren führten ihn nach Jerusalem und an die Ludwig-Maximilians-Universität München. Entsprechend seinem Forschungsschwerpunkt bot er im Rahmen der Hemmerle-Professur drei Veranstaltungen an, die sich philosophisch-anthropologischen Themen widmen.

Carl Möller (Photo: privat)2015 besetzte der Psychoanalytiker Dr. Carl B. Möller die Stiftungsprofessur. Nach seinem Studium der Publizistik, Germanistik und katholischer Theologie widmete er sich intensiv dem Studium der Analytischen Psychologie (C.G. Jung) in Zürich-Küsnacht. Hier ist er auch seit 2001 Leiter des Fachbereichs Vergleichende Religionswissenschaften. Im Rahmen seiner Studien beschäftigt sich Carl Möller u. a mit Themen im interdisziplinären Bereich von Theologie und Psychologie. In Anlehnung an diesen Forschungsschwerpunkt bot er zwei Lehrveranstaltungen unter dem Titel “Anthropologie und Tiefenpsychologie” an.

Hans Fahr (Photo: privat)2014 übernahm der international renommierte Astrophysiker Dr. Hans Fahr die Stiftungsprofessur. Höhepunkt seines wissenschaftlichen Werkes sind die physikalischen Untersuchungen der Heliopause, ein Begriff, den er zusammen mit seinem Kollegen Peter Walter Blum geprägt hat. Im Rahmen der Hemmerle-Professur stieg Hans Fahr auf die Metaebene und reflektierte die Tragweite seiner kosmologischen Erkenntnisse. Er hinterfragte die naturwissenschaftliche Arbeitsweise und gab eine Deutung der astrophysikalischen Erkenntnisse, um so theologische Fragen zum Welt- und Menschenbild aufzugreifen. Dazu bot Professor Fahr zwei Lehrveranstaltungen an mit dem Titel “Die Welt im Blick der Kosmologie: Lässt sich das Ganze verstehen?”.

Helmut Reuter (Photo: privat)2013 erging die Professur an Dr. Helmut Reuter, Psychologe der Universität Bremen und Gründer des Instituts für Bildung und Kultur (IfBK). Sein Hauptinteresse gilt allen Fragen, die mit der Entwicklung der Psychologie als Erkenntnisinstrument für das Erleben, Verhalten und die kulturelle Identität der Individuen zu tun haben. Besondere Bedeutung hat für ihn der Dialog zwischen einer naturwissenschaftlich-erklärenden und einer verstehend-deskriptiven Psychologie. Er bot auf dieser Grundlage am Institut drei Lehrveranstaltungen an, in denen er sich mit dem Freiheitsbegriff, der Seele und zwischenmenschlichen Bindungsformen auseinandersetzte.

Vorherige Inhaber der Klaus-Hemmerle-Professur:

  • 2011: Bundesministerin a.D. Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin
    Sie hat sich in drei Lehrveranstaltungen mit der Menschenwürde und den daraus abzuleitenden Menschenrechten auseinandergesetzt.
  • 2010: Bundesminister a.D. Dr. Norbert Blüm
    Er hat sich insbesondere mit ethischen Fragen um das Themengebiet “Arbeit” beschäftigt.
  • 2009: Prof. Dr. Ansgar Vössing
    (Leiter im Grundsatzreferat der Berliner Senatskanzlei, Delegierter des Landes Berlin im Bundesrat und Vorstand des Europareservats Unteres Odertal)
  • 2008: Prof. Dr. Alberto da Silva Moreira (brasilianischer Befreiungstheologe)

Prof. Dr. Klaus Hemmerle

Prof. Dr. Klaus Hemmerle war von 1975 bis zu seinem Tode im Jahr 1994 Bischof von Aachen.

Der interdisziplinäre Dialog war sein Anliegen und entsprach seinem Verständnis von wissenschaftlicher Offenheit und vom Christentum als einer Religion der Freiheit.

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